
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der erste Termin beim Kieferorthopäden?
Bei normaler Entwicklung ist der erste Besuch beim Kieferorthopäden im Alter von etwa 5–6 Jahren empfehlenswert, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Der Zahnarzt beurteilt, ob Probleme mit der Kieferform und der Zahnstellung vorliegen. Je nach Art des Problems kann die Behandlung sofort beginnen oder ein Kontrolltermin in einem oder zwei Jahren oder nach dem vollständigen Durchbruch der Milchzähne vereinbart werden. Bis zum Alter von 11–12 Jahren arbeitet der Kieferorthopäde daran, die Kieferproportionen auszugleichen (z. B. durch Wachstumsförderung). Das Begradigen und Ausrichten der Zähne erfolgt in der Regel erst, wenn alle bleibenden Zähne vorhanden sind (ab 12–14 Jahren).
Können Erwachsene ihre Bisslage korrigieren lassen?
Jeder, unabhängig vom Alter, kann eine Zahnfehlstellung korrigieren lassen. Bei Erwachsenen dauert es jedoch in der Regel länger, da der Knochen stärker verkalkt und daher schwieriger zu formen ist. Bestimmte Erkrankungen im Mundraum können zudem die Behandlung mit einer Zahnspange verzögern. Manchmal beeinflussen fehlende Zähne, Kronen oder Brücken den Behandlungserfolg.
Ist eine Zahnkorrektur schmerzhaft?
Das Einsetzen der Zahnspange selbst ist schmerzfrei, erfordert aber etwas Geduld, da es etwa eine Stunde dauert. Anschließend können die Zähne 7–10 Tage lang spontan oder beim Zubeißen schmerzen. In dieser Anfangsphase können bei starken Beschwerden handelsübliche Schmerzmittel eingenommen werden. Nach den Kontrollterminen klingen die Schmerzen schneller ab und sind deutlich weniger stark, dies hängt jedoch von der individuellen Schmerzempfindlichkeit ab.
Manche empfinden das Tragen einer Zahnspange anfangs nur als unangenehm, andere als sehr schmerzhaft, während manche überhaupt keine Beschwerden verspüren. Reibt die Zahnspange beispielsweise an der Wange, sollte spezielles Wachs auf die Brackets aufgetragen werden, um die Reibung zu verringern. Dies ist jedoch nicht immer notwendig, sondern nur in begründeten Fällen. Wenn nach dem Einsetzen der Zahnspange der Patient spürt, dass bestimmte Teile der Spange an der Mundschleimhaut reiben (meist im Bereich der Brackets bei stark schiefen Zähnen), sollte Wachs auf die reizenden Stellen aufgetragen werden. Falls sich das Wachs abnutzt (abgewaschen oder abgetragen wird), muss es erneut aufgetragen werden. Patienten erhalten nach dem Einsetzen der Zahnspange Wachs.
Wie putzt man die Zähne mit einer Zahnspange richtig?
Während der Behandlung mit einer festen Zahnspange ist besondere Mundhygiene wichtig. Daher sollte man sich mehr Zeit zum Zähneputzen nehmen, um alle Zahnoberflächen und die Spange gründlich zu reinigen. Spezielle Hilfsmittel für die Zahnspangen- und Zahnpflege sind erhältlich, wie z. B. spezielle Zahnspangenbürsten, Interdentalbürsten, Zahnpasten und Mundspülungen.
Kann ich meine Zähne auch während der Zahnspange behandeln lassen?
Vor dem Einsetzen der Zahnspange müssen alle meine Zähne behandelt werden. Mit einer Zahnspange bin ich jedoch anfälliger für Karies. Das liegt daran, dass sich oft Speisereste in der Spange verfangen, deren Entfernung besondere Sorgfalt erfordert. Es ist auch möglich, dass zuvor unsichtbare Karies sichtbar wird, wenn sich meine Zähne an die neue Position anpassen, und sofort behandelt werden muss. In solchen Fällen ist eine Zahnbehandlung während der kieferorthopädischen Behandlung nicht nur möglich, sondern sogar notwendig. Wenn die Karies Zähne mit festsitzenden Brackets betrifft, wird der Metallbogen während der Behandlung entfernt und nach der Abheilung des Zahnes wieder eingesetzt.
Bedeutet das Entfernen der Zahnspange das Ende der Behandlung?
Um das Behandlungsergebnis zu erhalten, muss die kieferorthopädische Behandlung über viele Jahre fortgesetzt werden. Dies nennt man Retentionsbehandlung. Ziel der Retentionsbehandlung ist es, die Wirkung der kieferorthopädischen Behandlung zu festigen und ein Zurückwandern der Zähne zu verhindern. Dazu setzt der Zahnarzt eine Retentionsschiene ein, die die Zähne daran hindert, in ihre ursprüngliche Position zurückzuwandern. Die Methoden hierfür sind vielfältig. Manchmal werden Metallbögen an den Ober- und Unterkieferzähnen befestigt, und zusätzlich wird an den Oberkieferzähnen eine herausnehmbare Retainer-Schiene angebracht. In anderen Fällen wird der Metallbogen nur an den Unterkieferzähnen befestigt, während an den Oberkieferzähnen eine herausnehmbare Zahnspange getragen wird.
Der Kieferorthopäde entscheidet, welche Methode am besten geeignet ist. Im ersten Monat sollte die herausnehmbare Zahnspange durchgehend getragen und nur zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden. Anschließend reduziert der Zahnarzt die Tragezeit schrittweise. Die Retainer-Schiene wird in der Regel so lange benötigt, wie die Zahnkorrektur gedauert hat. Im Durchschnitt werden Metallbögen zwei Jahre lang getragen, in manchen Fällen können sie jedoch nicht lebenslang entfernt werden. In solchen Fällen werden sie alle 5–10 Jahre ausgetauscht. Während der Tragezeit der Retainer-Schiene sollten Sie Ihren Zahnarzt etwa alle 1–6 Monate, also ungefähr alle drei Monate, aufsuchen.
Nach der kieferorthopädischen Behandlung stellen Sie möglicherweise fest, dass die Struktur Ihrer Zähne nicht immer perfekt ist. Ihre Form, die sich durch jahrelange Fehlstellung verändert hat, muss oft korrigiert werden – die sogenannte Konturierung. Dies kann durch geeignetes, schonendes Beschleifen der Zähne, Komposit-Suprakonstruktionen oder die Verwendung von Veneers zur Korrektur der Form und Farbe der Zähne erreicht werden.









